40MP

Wenn ich einen solchen Satz in einem Instagrampost lese: „wir erstellen professionelle Fotos mit einer Vollformat Kamera und 40 Megapixel“, dann muss ich irgendwie an Golum denken. „Mein Schaaaatz“. Oder an die legendäre Szene des Filmklassikers in der Private Paula nach seiner Misshandlung in den Mannschaftstoiletten steht, das Gewehr lädt und mit irrem Blick in die Kamera haucht: „762mm full metal jacket“.

I only shoot 50mm full format.

In 40MP.

Und in Farbe.

Auf was ich hinaus möchte ist die Verteufelung der immer noch weit verbreiteten Vorstellung, dass viele Megapixel gleich gute Qualität bedeuten muss. Ich möchte den Satzschreiber des Instagrams gar nicht angreifen, er erwähnt nicht diesen Automatismus MP = Qualität. Aber er geht auf die weit verbreitete Annahme ein und ist damit insofern schon wieder sehr kundenorientiert 🙂 .

Was heisst „professionell“ in diesem Zusammenhang? Professionell steht für viele für eine Güte, eine Wertigkeit, für Qualität, für hochwertige Handwerkskunst. Und für einige steht der Begriff nur für die Tatsache, dass damit Geld verdient wird und professionelle Fotografie „nichts“ weiter ist als eine geschäftsmäßige Tätigkeit. Die Verwendung einer Vollformatkamera mit 40MP ist aber weder ein Qualitätsmaßstab noch eine Unterscheidung zwischen Hobby und Geschäft.

Es ist und bleibt ein Handwerkszeug, mit dem gute und schlechte Arbeit geleistet werden kann. Und eines, mit dem Liebhaberei oder Business betrieben werden kann.

Fazit: Sofern man also nicht eine Auflösung für die Bedruckung einer Lkw-Plane benötigt, ist der Megapixeloverkill kein Qualitätskriterium. Allerdings sind Zahlen wie diese sehr verführerisch fürs Marketing: 40MB, f1.2, 4k Video, 1TB-SSD, 320 km/h. Aber ein Ferrari macht einfach noch keinen guten Fahrer.

Wer übrigens seriöser zu diesem Thema weiterlesen möchte, ist m.E. hier ganz gut aufgehoben: https://www.primephoto.de/wie-viele-megapixel-brauche-ich-fuer-gute-bilder/

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